CO2: Wie wir cooler werden

Penguins’ Soon Loosing Their Sense of Snow
Nachhaltigkeit, Grenzen des Wachstums und vor allem das Klimagas CO2 hat sich seit den 70ern vom Thema grüner Aussenseiter zum heissen Alltagsgespräch entwickelt. Die Bewusstseins-Stationen führten über Ölschock 73, Rio 92, Kyoto 97 bis zum Uno Klimabericht 2007. Der 2000 verhöhnte „Ozon-Mann“ Al Gore avanciert 2006 zum Klima-Rocker und Oscar-Preisträger für „Inconvenient Truth“. Selbst der fürs Klima zuständige Schweizer Minister Moritz Leuenberger darf in seinem Blog frohlocken, weil das Parlament nach 13 Jahren Verzögerungstaktik mit einer CO2-Lenkungsabgabe aufwacht – wenigstens ein bisschen.

Doch was können wir gegen die Gefahr der Klimaerwärmung tun? Nein sorry, was kann ich tun? Ich, der ich bereits 1976 ein früher Grüner war und 2000 ein Minergiehaus bauen liess. Der sich aber beruflich und privat jedes Jahr ein Dutzend Flüge genehmigt und viel zu viel Benzin und Essbares von vermutlich zu weit weg konsumiert. Exakt nachgerechnet habe ich meine Sünden noch nicht.

Etwa 30% des CO2-Ausstosses macht das Autofahren aus. Ich fahre jährlich etwa 20’000 km mit einem alten VW Polo (6.5l/100km) und einem geleasten Audi A4 (10l/100km). Soll ich die zwei Deutschen abstossen und beim Japaner einen Hybriden ordern? Oder besser meine 18-jährige Tochter weitere zehn Jahre nur Fahrrad fahren lassen?

Vielleicht. Aber im Grunde halte ich wenig von individuellem Gutmenschentum. Wenn ich nur noch lokale Nahrung verzehre, mit jedem Flug ein Emissionszertifikat mitkaufe und mehr SBB wähle, fahren doch bloss andere ihre Privatpanzer plus Abermillionen von Chinesen ihr erstes Auto ein paar Tage länger Richtung Klimakollaps.

Nein, damit sich wirklich etwas ändert, braucht unser Planet knallharte Vorschriften mit möglichst viel Marktmechanismen. Gestern präsentierten zwei Jungunternehmer im venturelab die Idee, dank Internet und Sensorik das CO2-Monitoring und den Verschmutzungs-Zertifikatehandel auf staatlicher, kommunaler und individueller integriert zu steuern. Umweltpolitik 2.0. Heisse Idee. Nein sorry, coole Idee.

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~ von nicoberg - Donnerstag, 22. März 2007.

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