Roven Küng und seine Businessmodell-Coaches
SF Start up Teil 6 (Video): Rouven Küng (oben links) von der Medientauschplattform Exsila wird von seinen zwei Coaches auf die Suche nach einem klaren Businessmodell geschickt. Zuvor hatte er sich dies a) selbst schon überlegt, b) fünf Tage lang im venturelab mit einem Dutzend Trainern und Peers überarbeitet und c) im Jurybus durchgekaut mit dem in Sachen Unternehmergeist begeisterten aber punkto Businessmodell kritischem Anton Affentranger. Nun folgten im Rahmen der Start up Dokuserie noch KTI-Coach Martin Wyttenbach, und dann ein weiterer Coach mit Pferdeschwanz. Der gleich einen Workshop mit Exsila-Benutzern veranstaltete, welche sich ebenfalls Sorgen um die Nachhhaltigkeit des Gratis-Businessmodells machten. Die Coachingmüh fruchtet wenig. Rouven Küng bleibt anders als sein deutscher und amerikanischer Gegenspieler vorläufig eine Community im Gratisland und somit gebührenfrei. Immerhin: Der eingebaute Marktmechanismus mit benutzergesteuerten Tauschpunkte-Werten führt dazu, dass Exsila bei anhaltendem Wachstum trotzdem Geld verdient. Jedoch ohne dass dies für Coaches planbar und für die Community offensichtlich erscheint. Soweit alles Web 2.0 mässig wunderbar unklar.

Oberthemen der sechsten Folge der SF Dokuserie Start up waren wie gesagt Businessmodell, Businessplan und Coaching.


JP Saija (links) und Fadri Zender von Giveawine im Pub
Im Londoner Pub begiessen die Giveawine-Gründer Jean-Paul Saija (Sales, links) und Fadri Zender (CEO) ihren Erfolg. In London wollten sie Unternehmer Tim treffen. Dies erforderte offenbar noch etliche Telefonate vor Ort, doch nach einem Lunch war klar: «England erobert, cheers.»
Giveawine in London

Oberthemen der sechsten Folge der SF Dokuserie Start up waren Businessmodell, Businessplan und Coaching.


Roland Hiltbrand trifft Mikron-CEO Eduard Riklin
Entwicklungsingenieur Roland Hiltbrand mit seiner Getriebe-Erfindung (Tedec) fährt ins Tessin zum Fräsmaschinenhersteller Mikron und trifft deren CEO Eduard Riklin. Jurymitglied Anton Affentranger sitzt dort im Verwaltungsrat. Fragezeichen nach der Diskussion: Ist Tedec ein Entwicklungsbüro für Industrieaufträge oder ein fokussiertes Unternehmen mit einem Produkt? Wie verdient Tedec Geld und was ist sie wert? Gute Frage. Persönlich kann ich nicht nachvollziehen, weshalb die Jury den schwer zu coachenden Hiltbrand in die letzten Zehn nominiert hat (10 von 1000 am ehesten finanzier- und coachbaren Start-ups). Für mich wirkt er eindeutig als Erfinder und Entwickler, aber nicht als Unternehmer. Jurymitglied Jost Harr hatte Hiltbrand und Mitgereiste bereits nach der Reise zu Peter Spuhler (Folge 3) auch so eingeschätzt.

Oberthemen der sechsten Folge der SF Dokuserie Start up waren übriges Businessmodell, Businessplan und Coaching.


Bachmann und Hiestand
Jungunternehmer Rolf Bachmann überzeugt Juror Fredy Hiestand (Screenshot SF1)

Fünf der letzten 13 vorselektionierten Unternehmer besuchen in Folge 5 (Videostream) der SF-Dokuserie Start up den Unternehmer Andy Rihs: Giveawine, Exsila, Sonicemotion, Dybuster, Neoteric Water Solutions. Um’s gleich vorweg zu nehmen – in dieser Folge sahen wir meiner Meinung nach mit Abstand die stärkste von drei Unternehmerstaffeln auf Reise im Jurybus. Einzig der Dialog zwischen Start-ups und Promiunternehmer verlief bei Peter Schüpbach etwas offener, doch dies überrascht mich nicht, da er im Gegensatz zu Peter Spuhler und Andy Rihs praktisch täglich mit oder in einem Start-ups arbeitet.

Andi Rihs’ Input zum Thema Innovationsmanagement: «Das mache, wo’s no nid git, süsch cha me’s nid als erschte mache.» Sein Feedback an die Start-ups: Alle haben «eine gute Chance, sich als Jungunternehmer zu profilieren.»

Jean-Paul Saija (31) von der Schenkplattform Giveawine präsentiert sich als passionierter Fotograf und Beach-Volleyball-Spieler. Positiv, wie er Rihs unverkrampft darauf anspricht, ob er sich vorstellen könne, seinen internationalen Kunden “B2B” über Giveawine Wein zu schenken. Ja, kann er sich prinzipiell gut vorstellen. Giveawine schafft auch die Jurynominierung in die Coachingrunde der letzten Zehn locker.

Matthias Rosenthal (3 8) bietet an seiner 3D-Klangtechnologie-Software Sonicemotion einen Anteil von 12-17% für eine halbe Million. Für die Erschliessung des Massenmarktes sucht er Kontakte zu den Sonys und Logitechs dieser Welt. Er spielt und hört gerne Jazz und träumt davon, die Erde mal aus dem All zu sehen. Auch er schafft’s locker und zurecht in die letzten Zehn.

Auch Christian Vögeli (27) sucht für seine Lese- und Schreibtrainings-Software Dybuster eine halbe Million. In der Freizeit geht er gerne joggen. Grosses Bedürfnis, einfache Lösung, klare Wirkung. Diskussionslos in den letzten Zehn.

Rouven Küng (29) von der Medietauschplattform Exilia schaut sich auf Video gerne Klassiker an wie der Pate. Als Unternehmer will er intern und unter seinen Benutzern den «Spass spüren». Juror Anton Affentranger glaubt zwar an den Unternehmertyp Küng, aber nicht 100-prozentig an die Idee. Er denkt, dass Exsilia eines Tages wie Vorreiter Hitflip Tauschgebühren einführen müsse. Küng schafft die Nominierungshürde knapp gegen die Stimme von Fredy Hiestand, der glaubt, dass die DVD bald überholt sein könnnte und dass Exsilia zu einfach kopierbar sei. Stimmt technisch gesehen, denn Exsila ähnelt dem deutschen Vorbild. Doch markttechnisch irrt der Gipfelikönig: Noch gibt’s nicht “Tausende” von Web 2.0 Tauschbörsen. Und auch hier bilden sich nationale Oligopole.

Rolf Bachmann (39) sucht für seine elektrolytische Abwasser- und Biogastechnologie Neoteric Water Solutions 1 bis 3 Millionen. Die Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner fünfköpfigen Familie. Er verkörpert Leidenschaft, benutzt jedoch das Wort „revolutionär” etwas zu inflationär. Die Mehrheit der Jury glaubt, diese erst als Aquarium-Prototyp existierende Technologie sei zu jung für Investoren. Immerhin: Fredy Hiestand investiert aus ökologischer Verpflichtung 100′000, um dem Projekt eine erste Pilotinstallation zu ermöglichen.


3D-Bild zeigt: kein Offside!
Oben Lifebild: offside?; unten Liberovision: errechneter Durchblick

Das Zürcher ETH-Spin-off LiberoVision von Mitgründer und CEO Stephan Würmlin hat heute auf Teleclub das SuperLeague-Spiel Basel-Sion (noch ohne 3D auf SF1 sport aktuell) mit 3D-Blickwinkeln («Rundum-Zeitlupe») bereichert. Das durch venturelab und CTI Start-up gestählte Start-up konnte am 24. April 2007 vermelden, dass sich Swisscom mit 8% beteiligt hat. Technologisch ist LiberoVision unbestritten mit seiner Kürung durch Red Hering 100 und weitere Awards. Auch in Sachen Businessmodell will Stephan Würmlin demnächst mehr 3D-Durchblick gewähren, wie er gestern an der kyte-Party mit einem Augenzwinkern verraten hat.


kyte.tv Launchparty in laborbar
Gestern Abend in Aeschbis laborbar: Impressionen auf kyte und 10vor10. Ein aufgeräumt wirkender Daniel Graf führte – zwischen Networking, Drinks und Liferock von Burrell – am PC und Nokia souverän den Star des Abends vor: kyte.tv. Der Toggenburger hat dieser Tage von San Fransisco aus das international meist beachtete Schweizer Start-up erfolgreich gelauncht. Ebenfalls gestern wurde offiziell, dass kyte nebst den bereits ziemlich berühmten kalifornischen und schwedischen Venture-Investoren neu auch Swisscom, Holtzbrink, Peter Schüpbach, Klaus Hommels und Oliver Jung als Aktionäre gewinnen konnte. Martin Weber von Holtzbrink kam extra aus München angereist, Peter Schüpbach klinkte sich kurz via kyte-Handyschaltung aus Peking ein und sogar Swisscom-Strategiechef Daniel Ritz erschien persönlich. Dies obwohl er gestern bis Börsenschluss zittern musste, ob der noch etwas grössere Deal in Italien in trockenen Tüchern landet (50%-Hürde für Andienung Fastweb 5vor12 locker passiert).

Wer mir an der Party sonst noch auffiel: venturelab (Dominik Tarolli & friends), Prime Time (Mesüt Güngör), LiberoVision (Stephan Würmlin), youme (Marcel Meier & friends), jaymedia (Olivier Flückiger), Secu4 (Ralph Rimet), Seca (Philip Dialer), Ringier (Andreas Waldis), NZZ (Stefan Betschon), SF1 (Kurt Schaad), Christian Jost (myvictus) und viele weitere.


Nicolas Berg begrüsst das Publikum
Heute hielt ich am CASH venture apéro am SF-Start-up-Drehort Hürlimannareal ein Referat zum Thema «Lernen aus Erfolg und Niederlage – Parallelen zwischen Sportlern, Gründern und Investoren». Den dreiviertelstündigen Vortrag mit anschliessender Frage & Antwort Session hat myvictus trefflich auf eine rund 3-minütige Videoclip-Serie auf kyte zusammen gefasst. Hier auch noch die vollständigen Slides. Pünktlich ging’s weiter mit Networking an der Bar bei einem kühlen Bier. Als Höhepunkt sah das Publikum bereits um 21:20 – mit einstündigem Vorlauf aufs übrige TV-Publikum – Teil 5 der SF Start-up-Dokuserie.


Inzwischen fand ich die Musse, mir SF «Start up» Sendung Nr. 4 vom Montag als Web-Stream anzuschauen. Hier noch eine Antwort auf Kandidat Werner Blessings Frage nach einem Literaturtipp. Jury-Mitglied Urs Nietlisbach und Gastgeber Peter Schüpbach murmelten etwas von «Venture» und «ja, so was gibt es». Mein Tipp: «Winning Angels», das in Englisch oder in Deutsch erhältlich ist. Es ist von erfolgreichen Investoren für Investoren geschrieben. Gerade deshalb ist es interessant auch für Start-ups.

Dienstag und Mittwoch konnte ich bereits Reaktionen von Life-Zuschauern einfangen: Einer fand die Folge «peinlich», einer oberflächlich und verwirrend, einer «sehr interessant», zwei «symphatisch», einer «eine klare Steigerung» (ggü Folge 3). Da ich fast alle Teilnehmer langjährig, aus mindestens einer Begegnung oder als venturelab Coach kenne, war die Doku-Serie für mich nie verwirrend oder langweilig. Ich kann aber nachvollziehen, dass die gezeigten Persönlichkeiten schwieriger zu greifen sind für Leute mit zwar Wirtschaftsaffinität aber von ausserhalb der Ventureszene. So gesehen brächten dieser Zielgruppe weniger Exponenten und dafür mehr Tiefgang pro Person wahrscheinlich mehr. Dies hätte aber auch Nachteile: Einige Start-ups verlören die Chance dieses tollen Schaufensters, und die Dok wäre weniger repräsentativ.

Meine Beurteilung der zweiten von drei Staffeln aus 13 Auserwählten: Sie gefiel mir etwas besser als die erste Staffel, die bei Peter Spuhler war. Auch diesmal hätte ich eine andere Persönlichkeit vom Coaching ausgeschlossen als die Jury. Doch das sind Good News für alle «Ausgeschiedenen» unter den letzten 85 Kandidaten: Personenchemie und Beurteilung sind subjektiv. Was dem einen Investor missfällt, kann einem anderen durchaus gefallen. Die nächsten Montag auftretende Staffel finde ich übrigens die spannendste. Also unbedingt hinschauen.


Peter Schüpbach empfängt 4 Start-ups bei GenevaLogic
Die 4. Sendung der Dokuserie «Start up» kann ich diesmal erst kommentieren, nachdem SF sie in ihrer Download- und Streaming-Zone oder bei kyte.tv online stellt. Der Blogmaster kam nämlich heute leider erst nach der Sendung um 23:30 nach Hause. Sorry, dies war nicht anders möglich wegen eines spannenden Besuchs bei einem Investmentbanker um 16:30 in Zürich und einem internen Xing-Meeting ab 19:00 in Bern. Hätte die Sendung natürlich auf meinem Nokia im gemächlichen Regionalzug RBS via Vodafon-Portal schauen können – wenn das Gerät nicht in Solothurn liegen geblieben wäre. Peter Schüpbach hat jedoch bereits auf T-Blog voraus berichtet, was er den Start-ups zum Thema Risiko und Scheitern mitgeben wollte. Werde selbst das Thema «Erfolg und Niederlage – Parallelen zwischen Sportlern, Gründern und Investoren» vertiefen am Apéro von CASH, venturelab und SF nächsten Montag 14. Mai ab 19:00 Uhr im Hürlimann Areal.


Keynote Kofi Annan am 9. SEF
Am erneut überbuchten 9. Swiss Economic Forum in Thun haben sich 1200 KMU-Unternehmer versammelt. Keynote-Speaker Kofi Annan (Video) berichtete von der wichtigsten Lektion, die er an einem kalten Wintertag in Minnesota gelernt hat: «Never pretend that you know better than the natives» (versuche nie, es besser zu wissen als die Einheimischen). Der Hintergrund: Er hatte Amerikaner mit Ohrwärmern gesehen. Die sehen extrem doof aus, dachte er. Als ihm dann vor Kälte fast die Ohren abfielen, kaufte er doch ein Paar und beherzigt seither obige Weisheit. Dieses in der Schweizer Politik als Subsidiaritätsprinzip bekannte Regel kann ich auch jedem Venture wärmstens empfehlen, das internationalisieren möchte. Entscheide sind stets auf der niedrigst bzw. lokalst möglichen Ebene zu treffen.




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